Was haben wir erlebt

16 Tage, 10 Länder und doch fast 9000km. Das sind die nackten Zahlen unserer Tour einmal rund um die Ostsee. Aber wir haben viel mehr erlebt, als Leid, Stress und purer Qual, nein, es gab wunderschöne Landschaften zu bestaunen, tolle Menschen kennenzulernen und einzigartige Momente zu genießen. Lehnt euch zurück, lasst das ekelhafte Wetter vor der Tür, mummelt euch ordentlich ein und schnappt euch was leckeres zu trinken. Voila, unser Video zur Tour :

gute Sache, das!

Am letzten Wochenende war es soweit. Wir konnten endlich auch offiziell unser tolles Spendenergebnis im Rahmen der Weihnachtsfeier dem Förderverein und den Mitgliedern des Pfadfinderstammes überreichen! Insgesamt konnten wir vor und während der Fahrt 2417,77 Euro an Spenden sammeln. Ein toller Erfolg!

Feierliche Übergabe der Spendensumme

Mit eurer Spende kann in naher Zukunft das Bad endlich fertig gebaut und die ehrenamtliche Arbeit auch weiterhin sichergestellt werden. Ein großes Dank geht an alle, die uns unterstützt haben:

Trade Connection Krebs, Jäger High Performance Spindels, Heidenau – Reifen, PDE Medientechnik, reWOLLte, SW-Motech, Touratech, Wafuk Immobilien, HB-Impex und alle, die uns auch mit kleinen Beträgen geholfen haben unser Spendenziel weit zu übertreffen.

Spendenziel Pfadfinder

Nach der Tour…

… ist vor der Tour! Zwar wissen wir noch nicht, wohin es das Team 23 als nächstes hin verschlägt, aber unsere Alps brauchen mal etwas Zuneigung. Dieses Wochenende gabs einen Öl-, sowie Luftfilterwechsel. Da auf der Tour meine Kupplung zu zicken begann, musste die auch dran glauben.

Zum Glück haben das vor uns auch schon ein paar Menschen gemacht, alles halb so wild. Hier gibt es eine gute Anleitung, die uns sehr geholfen hat. Insgesamt haben wir gut 2 volle Tage gebraucht. Das lag aber zum Einen daran, dass wir das vorher noch nie gemacht hatten, zum Anderen legte uns der heilige V-Motor im Geiste noch so manch einen Stolperstein auf den Weg: An Andiehs Transe rissen nach fast 25 Jahren drei Schrauben ab und auch bei Romans Motorrad hakte es an mehreren Stellen.

Und zu guter Letzt hatte die Papierdichtung am Kupplungsdeckel so überhaupt keinen Bock, sich zu lösen. Mehrere Stunden kostete uns die Friemelei, ein Hoch auf den Dichtungsschaber und jede Menge WD40!

Andiehs Transe hat jetzt auch wieder TÜV, das nächste Abenteuer kann kommen!

Unser Weg rund um die Ostsee

Wir sind gerade dabei die Massen an Videos und Fotos zu sortieren. Hier schon mal ein Video über die zurückgelegte Strecke. Bei den roten Sternen haben wir geschlafen. Was für eine Tour!

Update: Ihr seht jetzt die gesamt gefahrenen Kilometer und die jeweiligen Tagesetappen. Finden wir halt immer noch mega stark!

Tag 16

Der Abend war mal wieder zu lang bzw. die Nacht zu kurz. Vielleicht stecken uns auch einfach nur die letzten zwei Wochen mächtig in den Knochen. Natürlich geht es, wie es sich gehört, gleich wieder stressig los. Wir müssen heute Hamburg erreichen. Wie am ersten Tag auch schon, dürfen wir jetzt auch wieder Autobahnen benutzen, wenn wir denn welche finden. Bis Stettin kommen wir mehr schlecht als recht durch. Aber für einen kleine Zigaretten-Kaufpause an der Grenztankstelle reicht es trotzdem noch. Wenige Kilometer später sind wir wieder in Deutschland unterwegs. Die gut ausgebaute Autobahn ohne Tempolimit und die noch vor uns liegende Strecke nach Hamburg machen uns die Entscheidung leicht: Volle Kraft Voraus! Wir müssen zwischen 16 und 18 Uhr zum Zieleinlauf in Hamburg am Fischmarkt sein. Der Verbrauch bei hohem Tempo (knapp unter dem roten Drehzahlbereich) steigt in Pkw-ähnliche Höhen. In der Spitze haben wir einen Verbrauch von 10 Litern (!) JE Motorrad. Leider wird unsere Hatz ein wenig ausgebremst, da das Wetter mal wieder verrückt spielt. Sonne, Regen, Wind, Regen, Sonne, Wind Wind Wind…es fegt uns fast von der Straße. Hamburg kommt immer näher und wir gönnen unseren Maschinen nur kurze Pausen um nachzutanken und eine Kleinigkeit zu Essen. Kurz vor Hamburg ist wie immer Stau. Wir haben aber keine Zeit um jetzt rumzustehen. Kurzerhand eröffnen wir eine neue Fahrbahn, natürlich ganz legal und suuuuuuper vorsichtig.  😉

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Im Stau überholen wir einige andere Teams die nicht so flexibel sind wie wir. Sehr gut, wir sind nicht die letzten. Was dann jedoch passiert, gehört irgendwie auch immer dazu. Ein altes Sprichwort sagt: „Wenn du es eilig hast, dann lass dir Zeit“. Dann passieren auch nicht solche Navigationsfehler, dass man ja in das Hamburger Stadtzentrum an den Fischmarkt will, aber erstmal an ganz Hamburg vorbei in den Süden knallt. Kurze Orientierung, dann ist der korrekte Kurs wieder eingestellt. Genau um 17:45 erreichen wir den Fischmarkt und werden von den versammelten Gästen und Rallye- Teilnehmer ordentlich gefeiert. Außer uns haben es nur noch 2 andere Motorradfahrer zum Zieleinlauf geschafft. Das macht schon ein bisschen stolz. Aber auch hier haben wir wieder keine Zeit zu verlieren. Mehr oder weniger gehetzt trinken wir den ersten Kaffee seit ein paar Stunden und machen uns dann auf den Weg in unser Hotel. Schließlich geht um 19 Uhr die Party mit der Siegerehrung los.

Wir nehmen es gleich vorweg, gewonnen haben wir nicht. Wir sind auch nicht auf dem Treppchen gelandet oder haben einen Sonderpreis verdient. Viele Teilnehmer haben uns persönlich gesagt, dass wir ihre Sieger der Herzen sind, weil wir die Strapazen mit dem Motorrad gemeistert haben. Das geht wirklich runter wie Öl. Wir haben schon viele der theoretisch möglichen Punkte gesammelt, aber ob wir jetzt im oberen oder im unteren Mittelfeld gelandet sind, ist uns herzlich egal. Für uns ging es hier nicht um das Gewinnen der Rallye sondern um das Erlebnis und das „Dabei sein“. Es ging darum sich selbst und sein Material an die Grenzen und darüber hinaus zu bringen und zu sehen was möglich ist. Es ging um das erleben und kennenlernen verschiedener Länder, Sprachen, Währungen und Menschen, Und nicht zuletzt ging es darum Gutes zu tun. Insgesamt haben die Teilnehmer fast 300.000 € an Spendengeldern für wohltätige Zwecke gesammelt. Wenn man so viel Gutes, mit so wenig Aufwand erreichen kann, dann war das bestimmt nicht die letzte Rallye dieser Art, an der das Kommando Heinz Schenk teilnimmt!

Tag 15

Heute ist (natürlich) mal wieder frühes Aufstehen angesagt. Das Tagesziel heißt Danzig in Polen. Schnell sind wir aus Litauen raus und genießen die Fahrt auf den polnischen Landstraßen. Von den bisher bereisten Ländern, kann man sagen, dass Polen und Russen die flexibelsten Autofahrer sind. Da werden aus 2 Spuren gerne auch mal 4 oder 5 und auf der Landstraße kann man bei erlaubten 90 km/h auch schon mal 160 km/h fahren, vorausgesetzt das Gefährt gibt das her.

In Danzig wollen wir alle die Fotos für die Roadbook-Challenges ausdrucken. Roman sucht schnell einen Rossmann mit Fotodrucker raus, der verkehrsgünstig gelegen ist, und schon geht es los. An der angebenden Adresse finden wir ein Geschäft, allerdings ist es geschlossen und bis auf die leeren Regale komplett ausgeräumt. Verdammt, wir brauchen einen Alternativplan und wollen gerade schon wieder losfahren, Als Andieh einer vorbeikommenden Passantin unser Problem erklärt und dass wir den nächstgelegenen Rossmann suchen. Sie schaut uns etwas ungläubig an und beantwortet unsere Frage mit einem Fingerzeig um die immerhin gut 3 Meter entfernte Gebäudeecke. Siehe da, in dem Gebäude ist nicht nur ein seit längerem geschlossener Supermarkt, sondern auch ein großer Rossmann zu finden.

Während die anderen Teams bereits fleißig Bilder drucken, müssen wir erst noch ein paar Fotos machen und unsere bisherigen durchstöbern. Wieder einer dieser Nachteile, wenn man keinen Beifahrer hat, der das mal eben zwischendurch erledigen kann. Die Requisiten dafür fahren wir schon seit tausenden Kilometern spazieren. Als die anderen Teams fertig sind, brechen sie bereits auf, da wir noch ein bisschen Zeit brauchen. Mal wieder halten einheimische Motorradfahrer und fragen, ob wir ein Problem haben. Das ist irgendwie das Tolle am Motorradfahren. Man ist viel leichter für Fremde anzusprechen und bekommt immer Hilfe angeboten, auch wenn eigentlich keine nötig ist. Die beiden warnen uns, dass in der Richtung, die wir fahren wollen ein ziemlich heftiges Gewitter aufzieht. Kaum sind die beiden davongefahren, verdunkelt sich der Himmel dramatisch und ein unglaublich heftiger Wind peitscht uns Staub und Straßendreck ins Gesicht. Na, das kann ja was werden. Also, Regenkleidung von Ocean anziehen (dafür haben wir Sie ja) und los geht’s!

Wir sind unseren Autoteams immer auf den Fersen. Als wir nach hören wo wir heute nächtigen, stellt sich heraus, dass sich die Teams getrennt haben. 2 Teams wollen lieber auf einem Campingplatz übernachten, während ein Team Wildcamping bevorzugt. Da wir den Spot zum campen nicht finden können, fahren wir erst mal auf den Campingplatz. Der Campingplatz war einer der spießigsten Plätze, auf denen wir je waren. Wird durften mit unseren Motorrädern nicht zu unserem Platz fahren, sondern nur schieben (Nachtruhe, sie verstehen schon….) während wir die schwer beladenen Maschinen durch die Anlage schoben, saßen mindestens ¾ der Campingplatzgäste im Biergarten und verfolgten laut grölend das Spiel Deutschland – Italien, welches gerade kurz vor Ende der Verlängerung stand. Naja, Fußballjubel ist scheinbar nicht so durchdringend und laut wie V2-Gebluber.

Da wir während der letzten 2 Wochen praktisch nichts von der EM mitbekommen hatten, wollten wir zumindest noch das Ende des Elfmeterschiessen miterleben. Wir schaffen es gerade noch so, uns die letzten 5 Elfmeter anzuschauen. Direkt danach wird der Biergarten von der rabiaten Besitzerin des Campingplatzlokals geräumt. So kommt keine Fußballstimmung auf! Also dann erst mal wieder Zelt aufbauen und Platz herrichten, danach kann man sich ja nochmal eine entspannende Mitternachtsdusche genehmigen. Der nächste Schock, in den Sanitäranlagen läuft 24h ein polnischer 80er Jahre Radiosender. Zu Bonnie Tyler zu duschen und sich bei Joe Cocker zu rasieren eröffnet ganz neue Perspektiven auf die Welt! Zum Tagesabschluss genehmigten wir uns noch ein paar Bier und ergänzten die Einträge in unserem Roadbook.

Tag 14

Heute steht eine wichtige Entscheidung an. Kaliningrad ja oder nein? Die Mainpiraten sind sich schnell einig, dass sie die russische Enklave umfahren wollen und verlassen uns schon auf dem Campingplatz. Da wir aber noch nicht genug von russischen Grenzformalitäten haben, entscheiden wir uns zusammen mit dem Gallus Racing Team und dem Team AFK das Wagnis auf uns zu nehmen. Bevor wir jedoch nach Kaliningrad einreisen, gilt es Litauen zu durchqueren und uns am Berg der Kreuze zu verewigen. Ein interessanter Ort, über dessen Entstehung es keine eindeutigen Belege gibt. Hier treffen wir auch viele andere Teams wieder, die dieses Ziel ebenfalls anfahren.

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Nachdem jedes Team ein selbst gebasteltes Kreuz hinterlassen hat, um göttlichen Beistand für die restliche Reise zu bekommen, geht es weiter in Richtung russischer Grenze.  Die beiden Autoteams fahren vor, während wir die Pausen ein bisschen ausdehnen. Wir sind uns sicher, sie an der Litauisch/Russischen Grenze wieder einzuholen. Unser Plan geht voll auf. Als wir die Grenze erreichen, sind die beiden Team bereits fast 2h vor Ort, aber haben sich noch nicht sehr weit bewegt. Sie stehen im Niemandsland zwischen Litauen und Russland auf einer Brücke.

 Fast die gesamte Brücke steht voll mit Fahrzeugen mit EU-Kennzeichen, darunter viele Rallyeteams. Wie sich herausstellt, stehen manche Teams bereits seit 5 Stunden bei glühender Sonne in der Schlange und warten. Das alles ohne Toiletten oder die Möglichkeit Getränke usw. zu kaufen. Wir schummeln uns ein bisschen nach vorne und reihen uns dann ebenfalls in die Warteschlange ein. Dabei können wir beobachten, wie immer wieder Fahrzeuge mit russischen Kennzeichen aus der Schlange geholt und bevorzugt abgefertigt werden. Wie unsere russischsprachigen Rallyeteilnehmer mitteilen, will man uns nicht abfertigen, weil „die deutschen die Formulare immer falsch ausfüllen“. Ein anderer Reisender in seinem Wohnmobil versucht bereits seit 4 Tagen mit mehreren Fahrzeugen (WoMo, Motorrad, Anhänger) einzureisen. Dafür, dass er seit 4 Tagen zwischen zwei, knapp 150m auseinander liegenden, Grenzstellen pendelt, hat er noch verdammt gute Laune. Wir hätten es nie gedacht, aber es gibt doch NOCH bürokratischere Länder als Deutschland.

Nach weiteren 1 1/2 h ohne jegliche Bewegung in der Schlange, beschließen wir, das Vorhaben aufzugeben und nach Litauen zurück zu fahren. Gerade uns Motorradfahrern fällt das besonders schwer, hatten wir doch gerade 3 russische Biker kennen gelernt, die uns auf eines der größten Motorradtreffen hingewiesen haben, das an diesem Wochenende in der Nähe von Kaliningrad stattfindet. Dort wären wir sicher eine tolle Attraktion geworden und hätten eine Menge Spaß gehabt. Wir bewundern noch kurz den seit über einem Jahr auf der Brücke stehenden Mini, für den sich keines der beiden Länder zuständig fühlt und der es mitlerweile auch in verschiedenste Reiseführer geschafft hat. Der litauische Grenzer versucht unsere Stimmung aufzuheitern, weil er lustige Wege kennt Russen (die er generell nicht mag) an der Grenze zu Piesacken und aufzuhalten. Seltsamer Humor…

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Die Rückreise nach Litauen sollte sich aber noch lohnen. In einer größeren Stadt namens Mariampole wollten wir etwas essen gehen. Kaum hatten wir die Fahrzeuge auf einem Parkplatz im Zentrum abgestellt wurden wir auch schon von zwei netten Jungs angesprochen. Das ging so schnell, dass erst jeder dachte, es wären Teilnehmer eines anderen Rallyeteams. Die beiden haben uns ein nettes Restaurant gezeigt und wir haben uns beim Essen gut unterhalten. Da es nun wirklich schon sehr spät war und die Nächte wieder stockfinster werden haben wir uns entschlossen, unser Nachlager in einem nur wenige hundert Meter entfernten Hostel aufzuschlagen. Der russische Portier (den wir erst mal wecken mussten), rät uns, alle beweglichen Teile (wie Reservekanister, Kisten,…) von den Fahrzeugen zu entfernen. Na das sind ja tolle Aussichten….  Wider den Warnungen des Portiers ist aber nichts passiert.

Tag 13

Puhhh, das war ein langer Abend bzw. eine kurze Nacht. Alle Team sind total platt und der Platz leert sich nur langsam. Während wir mit dem Team AFK und dem Gallus Racing Team eine fantastische Pizza am Stadtrand von Tallin genießen, macht das Team Mainpiraten bereits Kilometer auf der Landstraße. Nach der Pizza schließen wir uns Ihnen an. Riga wir kommen.

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Unterwegs besuchen wir wohl einen der bizzarsten Orte der ganzen Reise: Ein ehemaliges sowietisches Gefängnis/Arbeitslager. Der Gebäudekomplex ist noch gut erhalten und bietet beste Bedingungen für ein erfrischendes Bad bei bestem Wetter. Die Geschichte hinter diesem Ort ist wirklich interessant, insbesondere der Teil, wie es dazu kam dass das Gefängnis heute ein Badesee ist.

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Es ist unglaublich, dass man tagsüber nicht mal 2h für etwas Entspannung an einem solchen Ort haben kann, ohne dass man dafür gleich wieder bestraft wird, denn wir müssen noch ordentlich Strecke machen, als wir das Gefängnis am frühen Nachmittag wieder verlassen. Irgendwann trennen wir uns wieder, wir fahren mit den Motorrädern einfach einen anderen Rhythmus und müssen häufiger Pausen machen. Immer auf der Jagd nach den anderen Teams fahren wir, was die lettländische STVO hergibt ohne mit einem Führerscheinentzug zu rechnen.

Endlich geschafft! Riga sieht beim Vorbeifahren echt interessant aus! Es gibt da so nen großen Turm, der voll hoch aussieht, man sieht auch ein paar Kirchen (denken wir). Auf einem etwas schmuddeligen Campingplatz erreichen wir die anderen Teams, die bereits bei den Vorbereitungen zum BBQ sind. Netterweise haben sie an die armen Motorradfahrer gedacht und Bier sowie Grillfleisch für uns gekauft. Satt und zufrieden zwingt uns der einsetzendem Regen, mal wieder viel zu spät, ins Bett zu gehen.

Tag 12

Aua, was ist das für ein Schmerz? Aha, das sind unsere Köpfe. Scheinbar war es gestern doch etwas später und der Wodka macht sich nun bemerkbar. Wer feiern kann, kann auch Motorrad fahren und so quälen wir uns aus dem Bett. Die Mainpiraten und das Gallus Racing Team sind schon weg in Richtung Grenze. Mal wieder heißt es Sachen packen und die Motorräder beladen. Unsere erste Station heute ist die Werkstatt. Während der Mechaniker beginnt an Andiehs Maschine zu schrauben, gehen wir in der nahegelegenen Tankstelle frühstücken. Als wir nach einige Minuten zurück kommen, liegen zwei gebrauchte Radlager neben Andiehs Motorrad. Glück gehabt, die Lager waren ebenfalls kurz vor ihrem Lebensende und der Mechaniker hat das erkannt und sie gleich gewechselt. „Is broken. I change. Is ok?“ fragt er uns etwas verunsichert. Aber bei 4,76€ für das Ersatzteil gibt es keine Diskussion. Liegenbleiben wäre teuerer und vorallem viel zeitfressender. Die Rechnung die uns am Ende präsentiert wird, ist für uns, die wir deutsche Preise gewohnt sind, äußerst niedrig.

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Wer schon mal ein richtig schön verschlissenes Ritzel sehen möchte, bei Andiehs war echt nichts mehr zu retten, das musste schleunigst gewechselt werden.

Da es nun schon früher Nachmittag ist, müssen wir schleunigst aus der Stadt raus. Pustekuchen: Die Straßen aus der Stadt raus sind alle überfüllt und so reihen wir uns in den Stau ein. Wieder einmal fällt auf, dass überall außer in Deutschland für Zweiräder Platz gemacht wird, die sich zwischen den Schlangen durchschummeln wollen. Selbst die LKW-Fahrer die so gerne mit 80 km/h durch die Innenstadt knallen, lassen uns passieren. So muss das sein!
Nach wieder einmal vielen Kilometern ohne nennenswerte Kurven, erreichen wir die Grenze zu Estland. An der langen Schlange tuckern wir ganz entspannt vorbei, ohne dass sich jemand beschwert. Wenigstens hier können wir unsere Vorteile als Motorradfahrer etwas ausspielen. Nach den russischen Ausreiseformalitäten (DAS ist noch richtige Bürokratie), sind wir 10 Minuten später schon nach Estland eingereist. Welcome back EU, du hast uns wieder.

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Jetzt heißt es nochmal Strecke machen, da heute Abend das zweite große Wiedersehen mit allen Rallyeteilnehmern stattfindet. Die Aussicht auf die Party in Tallin lässt uns ordentlich am rechten Griff drehen und so kommen wir dem Ziel von Minute zu Minute näher. 30 Kilometer vor Tallin denkt sich Roman, ob man nicht mal in das Roadbock schauen sollte, wo wir überhaupt genau hin müssen. Diesen Gedanken verwirft er aber schnell wieder, weil es gerade so flüssig läuft. Als wir dann endlich Tallin erreichen und im Roadbook nach der Partylocation suchen, trifft uns fast der Schlag. Wir sind elegant gute 50km im Tiefflug an unserem Ziel vorbeigerast. Es hilft nichts, wir müssen umdrehen und zurück. Mit ordentlich Hunger und Frust im Bauch erreichen wir mal wieder relativ spät unser Tagesziel, den Raudsilla Entertainment Complex, der von den 200 Rallyeteams bereits komplett belagert wird. Schnell bauen wir unsere Zelte auf, dann geht es auf die Party. Ein tolles Wiedersehen mit alten und neuen Freunden, viele Geschichten von Grenzübergängen, Zollbeamten und einmaligen Erlebnissen folgen….

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Zu später Stunde am frühen Morgen wird ein Teil des Kommando Heinz Schenk nochmal in geheimer Mission aktiv. Einige Aufkleber unseres Teams finden Ihren Weg auf fremde Rallyefahrzeuge. Wir haben damit nicht angefangen, spielen aber gerne mit, versprochen!