Tag 12

Aua, was ist das für ein Schmerz? Aha, das sind unsere Köpfe. Scheinbar war es gestern doch etwas später und der Wodka macht sich nun bemerkbar. Wer feiern kann, kann auch Motorrad fahren und so quälen wir uns aus dem Bett. Die Mainpiraten und das Gallus Racing Team sind schon weg in Richtung Grenze. Mal wieder heißt es Sachen packen und die Motorräder beladen. Unsere erste Station heute ist die Werkstatt. Während der Mechaniker beginnt an Andiehs Maschine zu schrauben, gehen wir in der nahegelegenen Tankstelle frühstücken. Als wir nach einige Minuten zurück kommen, liegen zwei gebrauchte Radlager neben Andiehs Motorrad. Glück gehabt, die Lager waren ebenfalls kurz vor ihrem Lebensende und der Mechaniker hat das erkannt und sie gleich gewechselt. „Is broken. I change. Is ok?“ fragt er uns etwas verunsichert. Aber bei 4,76€ für das Ersatzteil gibt es keine Diskussion. Liegenbleiben wäre teuerer und vorallem viel zeitfressender. Die Rechnung die uns am Ende präsentiert wird, ist für uns, die wir deutsche Preise gewohnt sind, äußerst niedrig.

DCIM100GOPROGOPR0821.

Wer schon mal ein richtig schön verschlissenes Ritzel sehen möchte, bei Andiehs war echt nichts mehr zu retten, das musste schleunigst gewechselt werden.

Da es nun schon früher Nachmittag ist, müssen wir schleunigst aus der Stadt raus. Pustekuchen: Die Straßen aus der Stadt raus sind alle überfüllt und so reihen wir uns in den Stau ein. Wieder einmal fällt auf, dass überall außer in Deutschland für Zweiräder Platz gemacht wird, die sich zwischen den Schlangen durchschummeln wollen. Selbst die LKW-Fahrer die so gerne mit 80 km/h durch die Innenstadt knallen, lassen uns passieren. So muss das sein!
Nach wieder einmal vielen Kilometern ohne nennenswerte Kurven, erreichen wir die Grenze zu Estland. An der langen Schlange tuckern wir ganz entspannt vorbei, ohne dass sich jemand beschwert. Wenigstens hier können wir unsere Vorteile als Motorradfahrer etwas ausspielen. Nach den russischen Ausreiseformalitäten (DAS ist noch richtige Bürokratie), sind wir 10 Minuten später schon nach Estland eingereist. Welcome back EU, du hast uns wieder.

DCIM100GOPROGOPR0835.

Jetzt heißt es nochmal Strecke machen, da heute Abend das zweite große Wiedersehen mit allen Rallyeteilnehmern stattfindet. Die Aussicht auf die Party in Tallin lässt uns ordentlich am rechten Griff drehen und so kommen wir dem Ziel von Minute zu Minute näher. 30 Kilometer vor Tallin denkt sich Roman, ob man nicht mal in das Roadbock schauen sollte, wo wir überhaupt genau hin müssen. Diesen Gedanken verwirft er aber schnell wieder, weil es gerade so flüssig läuft. Als wir dann endlich Tallin erreichen und im Roadbook nach der Partylocation suchen, trifft uns fast der Schlag. Wir sind elegant gute 50km im Tiefflug an unserem Ziel vorbeigerast. Es hilft nichts, wir müssen umdrehen und zurück. Mit ordentlich Hunger und Frust im Bauch erreichen wir mal wieder relativ spät unser Tagesziel, den Raudsilla Entertainment Complex, der von den 200 Rallyeteams bereits komplett belagert wird. Schnell bauen wir unsere Zelte auf, dann geht es auf die Party. Ein tolles Wiedersehen mit alten und neuen Freunden, viele Geschichten von Grenzübergängen, Zollbeamten und einmaligen Erlebnissen folgen….

IMG_20160630_035925

Zu später Stunde am frühen Morgen wird ein Teil des Kommando Heinz Schenk nochmal in geheimer Mission aktiv. Einige Aufkleber unseres Teams finden Ihren Weg auf fremde Rallyefahrzeuge. Wir haben damit nicht angefangen, spielen aber gerne mit, versprochen!

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *