Tag 16

Der Abend war mal wieder zu lang bzw. die Nacht zu kurz. Vielleicht stecken uns auch einfach nur die letzten zwei Wochen mächtig in den Knochen. Natürlich geht es, wie es sich gehört, gleich wieder stressig los. Wir müssen heute Hamburg erreichen. Wie am ersten Tag auch schon, dürfen wir jetzt auch wieder Autobahnen benutzen, wenn wir denn welche finden. Bis Stettin kommen wir mehr schlecht als recht durch. Aber für einen kleine Zigaretten-Kaufpause an der Grenztankstelle reicht es trotzdem noch. Wenige Kilometer später sind wir wieder in Deutschland unterwegs. Die gut ausgebaute Autobahn ohne Tempolimit und die noch vor uns liegende Strecke nach Hamburg machen uns die Entscheidung leicht: Volle Kraft Voraus! Wir müssen zwischen 16 und 18 Uhr zum Zieleinlauf in Hamburg am Fischmarkt sein. Der Verbrauch bei hohem Tempo (knapp unter dem roten Drehzahlbereich) steigt in Pkw-ähnliche Höhen. In der Spitze haben wir einen Verbrauch von 10 Litern (!) JE Motorrad. Leider wird unsere Hatz ein wenig ausgebremst, da das Wetter mal wieder verrückt spielt. Sonne, Regen, Wind, Regen, Sonne, Wind Wind Wind…es fegt uns fast von der Straße. Hamburg kommt immer näher und wir gönnen unseren Maschinen nur kurze Pausen um nachzutanken und eine Kleinigkeit zu Essen. Kurz vor Hamburg ist wie immer Stau. Wir haben aber keine Zeit um jetzt rumzustehen. Kurzerhand eröffnen wir eine neue Fahrbahn, natürlich ganz legal und suuuuuuper vorsichtig.  😉

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Im Stau überholen wir einige andere Teams die nicht so flexibel sind wie wir. Sehr gut, wir sind nicht die letzten. Was dann jedoch passiert, gehört irgendwie auch immer dazu. Ein altes Sprichwort sagt: „Wenn du es eilig hast, dann lass dir Zeit“. Dann passieren auch nicht solche Navigationsfehler, dass man ja in das Hamburger Stadtzentrum an den Fischmarkt will, aber erstmal an ganz Hamburg vorbei in den Süden knallt. Kurze Orientierung, dann ist der korrekte Kurs wieder eingestellt. Genau um 17:45 erreichen wir den Fischmarkt und werden von den versammelten Gästen und Rallye- Teilnehmer ordentlich gefeiert. Außer uns haben es nur noch 2 andere Motorradfahrer zum Zieleinlauf geschafft. Das macht schon ein bisschen stolz. Aber auch hier haben wir wieder keine Zeit zu verlieren. Mehr oder weniger gehetzt trinken wir den ersten Kaffee seit ein paar Stunden und machen uns dann auf den Weg in unser Hotel. Schließlich geht um 19 Uhr die Party mit der Siegerehrung los.

Wir nehmen es gleich vorweg, gewonnen haben wir nicht. Wir sind auch nicht auf dem Treppchen gelandet oder haben einen Sonderpreis verdient. Viele Teilnehmer haben uns persönlich gesagt, dass wir ihre Sieger der Herzen sind, weil wir die Strapazen mit dem Motorrad gemeistert haben. Das geht wirklich runter wie Öl. Wir haben schon viele der theoretisch möglichen Punkte gesammelt, aber ob wir jetzt im oberen oder im unteren Mittelfeld gelandet sind, ist uns herzlich egal. Für uns ging es hier nicht um das Gewinnen der Rallye sondern um das Erlebnis und das „Dabei sein“. Es ging darum sich selbst und sein Material an die Grenzen und darüber hinaus zu bringen und zu sehen was möglich ist. Es ging um das erleben und kennenlernen verschiedener Länder, Sprachen, Währungen und Menschen, Und nicht zuletzt ging es darum Gutes zu tun. Insgesamt haben die Teilnehmer fast 300.000 € an Spendengeldern für wohltätige Zwecke gesammelt. Wenn man so viel Gutes, mit so wenig Aufwand erreichen kann, dann war das bestimmt nicht die letzte Rallye dieser Art, an der das Kommando Heinz Schenk teilnimmt!

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